Buchtipps

„Mentales Kontrastieren“ nennt die Psychologie-Professorin Gabriele Oettingen ihre aus der Motivationsforschung entwickelte Methode, um Träume Wirklichkeit werden zu lassen: Sobald den Wunschträumen auch die inneren Hindernisse gegenübergestellt werden, lassen sich praxistaugliche und real umsetzbare Szenarien für Veränderungswünsche finden. In drei Bereichen profitiert das Nicht-Bewusste besonders vom mentalen Kontrastieren: Beim Versuch, gesünder zu leben, Beziehungen zu verbessern und am Arbeitsplatz mehr zu leisten.
Die Zauberformel lautet WOOP: Wish, Outcome, Obstacle, Plan (Wunsch, Ergebnis, Hindernis, Plan). 
„Die Psychologie des Gelingens“, Droemer Verlag 2017

„Ja“ sagen zu eigenen Bedürfnissen  setzt voraus, dass man nicht immer, aber immer öfter mutig „Nein“ sagt zu all den Bitten, Wünschen und Aufforderungen, die ständig aus dem beruflichen und privaten Umfeld kommen. Eine garantierte Erfolgsformel dafür gibt es nicht. Aber ein 4-Schritte-Programm, entwickelt von der Kommunikationstrainerin Claudia Fabian, das in den meisten Lebenslagen auch praxistauglich umsetzbar ist: Empathie zeigen – Klarheit schaffen (für beide Seiten) – eigenes Bedürfnis nennen – Alternative anbieten bzw. die Gefühlsebene des Gegenübers wahrnehmen. Klingt einfacher, als es ist. Aber auch hier gilt: Übung macht die Meisterin / den Meister!
„Mutig und respektvoll Nein sagen“, Schirner Verlag 2017

Storytelling vom Feinsten bietet der vielfach ausgezeichnete Journalist Simon Garfield in seinem neuen Sachbuch-Bestseller „Zeitfieber“. Rückblicke in eine Welt, die noch nicht durchgetaktet war, Einblicke in Gesellschaften, in denen die Uhren anders gehen und Ausblicke auf Orte, in denen die Zeit stillsteht. Unglaublich, wie viel man bei dieser spannenden Zeitreise ganz nebenbei an Wissenswertem mitnimmt – über das republikanische Kalendersystem der Franzosen und unscheinbare Diskretionsuhren, über britische Filibuster und die wertvollste Armbanduhr des Planeten,  über Beethovens Neunte und die Aufnahme des ersten Albums der Beatles. Einziger Wermutstropfen – die Lektüre (350 Seiten) erfordert Zeit.
„Zeitfieber“, Konrad Theiss Verlag 2017

Raus aus der Komfortzone! Es gibt Neues zu entdecken, noch nie Gewagtes zu tun? Nur wenige Menschen lassen sich mit Begeisterung darauf ein. Die meisten folgen lieber ihren eingefahrenen Verhaltensmustern und halten sich beharrlich ans Motto: „Alles soll bleiben, wie es ist.“ Weil stehen zu bleiben aber einem Rückschritt gleichkommt, empfiehlt der erfahrene Psychotherapeut Vincent Deary, ein gelungenes Leben wie eine gute TV-Serie anzulegen: als Aneinanderreihung von Staffeln mit immer anderen Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, und immer anderen Rollen, in denen sich die HauptdarstellerInnen profilieren können. Auf 350 Seiten beschreibt er eindringlich und nachvollziehbar, wie man ausgetretene Pfade vermeidet, alte Wege verlässt und neue Wege einschlägt.
„Wie wir sind. Leben. Eine Anleitung“, Droemer Verlag 2017

Fabelhafte SiegerInnen präsentieren die Bestseller-Autoren John Kotter und Holger Rathgeber in ihrer „tierischen Geschichte“ über mutige Erdmännchen, die ihren Clan in Krisenzeiten verlassen, um ihn durch die Suche nach praktikablen Lösungen für unerwartete Herausforderungen zu retten. Was in den ersten Kapiteln recht banal daherkommt, entwickelt über knapp 150 Seiten nicht nur eine überraschende Dynamik, sondern liefert auch ebensolche Erkenntnisse zum Aufstieg, Fall (und Wiederaufstieg) von Organisationen. Allen LeserInnen, denen die Fabel alleine nicht genügt, bieten die Autoren zum Abschluss einige Charts, die die komplexen Strukturen, Verhaltensweisen und Ereignisse in Phasen der Neuorientierung in Beziehung zueinander setzen.
„Das Erdmännchen Prinzip“, Droemer Verlag 2017

Philosophie für ein gesundes Leben verspricht Albert Kitzler, Medienanwalt, Philosoph und Gründer einer „Schule für antike Lebensweisheit“ – und liefert auf 300 Seiten einen spannenden Einblick in seine „philosophische Therapeutik“. Behandelt werden dabei typische Themen unserer schnelllebigen Zeit – von Überforderung über Entfremdung bis hin zu Hochmut und Überheblichkeit. Ob Konfuzius, Buddha oder Platon & Co. – zeitgemäß interpretiert, bieten die antiken Denker aus Ost und West nicht nur philosophische Konstrukte, sondern alltagstaugliche Anleitungen für eine gesunde Lebenspraxis, die auf der Überzeugung basiert, dass unser Denken den größten Einfluss auf unser körperliches Wohlbefinden hat.
„Denken heilt!“, Droemer Verlag 2016

Ziemlich affig geht es zu, wenn das Büro zum Dschungel wird und statt cooler Ratio primär evolutionsbedingte Grundmechanismen unser Verhalten steuern. Warum wir manchmal gar nicht so können, wie wie gerne wollen, erklärt der Verhaltensbiologe und Humanethnologe Gregor Fauma anhand aufschlussreicher Beobachtungen – nicht nur unter Affen.
Konkrete Anleitungen vermisst man zwar – zur spannenden (und amüsanten) Selbstreflexion lädt allerdings jedes der 12 Kapitel ein: Sie spielen im „Business-Catwalk“ genannten Stiegenhaus, in der „Flirtarena Kaffeeküche“ und beim „Debriefing am Stammtisch“ – und zeigen recht ungeschminkt, wie viel „Natur pur“ in Boss-Anzügen und Chanel-Kostümen steckt. Im Gegensatz zu unseren tierischen Verwandten haben wir freilich oft die Chance, innezuhalten und abzuschätzen, ob wir uns „zum Affen machen“ wollen – oder nicht.
„Unter Affen“, Goldegg Verlag 2016

Frauenpower jenseits typischer Rollen-Klischees – wie das gelingen kann, verrät der Gender- und Beziehungsexperte Christian Seidel. Klarsichtig benennt er tief verinnerlichte (und damit auch wirkungsvolle) Geschlechter-Klischees – vom Gott-Klischee über das „Märchen des Prinzen“ bis zum Ritual-Klischee samt „Friede-Freude-Eierkuchen-Gefängnis“. Stichworte, die neugierig machen. Und gleichzeitig als Aufforderung zu verstehen sind, sich kritisch mit der eigenen Geschlechterrolle auseinanderzusetzen und aktives Selbst-Coaching zu betreiben: Weg vom Bedürfnis, zu gefallen, hin zu einer selbstbewussten „Mut-Haltung“, die auf weiblichen Stärken beruht.
Seidel, der ein Jahr als Crossdresser in Frauenkleidern gelebt hat, offeriert einen anderen, weiteren Blick auf die Genderfrage als viele KollegInnen aus der Coachingbranche. Ein weiterer Pluspunkt: Die alltagstauglichen Imaginationstechniken, die Frauen dabei helfen können, sich in der Männerwelt durchzusetzen.
„Gender Key“, Ariston Verlag 2016

„Love Words“ & „Power Poses“ – nur zwei von vielen Schlagworten, die den aktuellen Ratgeber der beiden Kommunikations-Profis Michaela Kellner und Andrea Khom (www.ankh.at) zur spannenden Lektüre machen. Wer wüsste schließlich nicht gerne, wie man „die Macht der Emotionen nützt“, um mit E-Mails besser zu kommunizieren und „verblüffend einfach mehr zu erreichen.“
Im Mittelpunkt steht der Mimikresonanz®-Profiling-Test, mit dem sich unterschiedliche Persönlichkeitsanteile erkennen lassen – die eigenen wie jene der EmpfängerInnen. Dann folgen praxistaugliche Tipps zum jeweils richtigen Schreibstil für MacherInnen, DenkerInnen, BewahrerInnen und EntertainerInnen. Die abschließenden Empfehlungen zu einem dynamischen E-Mail-Management und ein kurzes Kompendium zu den häufigsten Fehlern in der neuen deutschen Rechtschreibung machen das Buch zu einem Must-have in jedem Büro.
„Konfliktfalle E-Mail“, Goldegg Verlag 2016

Ein Märchenbuch für Manager – und das nicht nur zur Abendzeit. „Wenn du etwas nicht erklären kannst, erzähl eine Geschichte“, empfahl schon Umberto Eco. Thomas Biermann, Ex-Manager und BWL-Professor, hat diesen Rat beherzigt und bietet Storytelling vom Feinsten rund um die gefürchtete Managerkrankheit „Morbus Meeting“. Seine Gutenachgeschichten malen bildhaft aus, was Fakten allein nicht sagen können – mit prägnantem Scharfblick und Insider-Wissen, kombiniert mit Leichtigkeit und Humor.
Sinn und Wahnsinn gehen dabei Hand in Hand. Denn wer erst einmal der krankhaften Sucht nach endlosen Besprechungen verfallen ist, tut sich schwer, einen Ausweg aus dem Sitzungs-Irrgarten zu finden. So gesehen ermöglichen die Gutenachtgeschichten nicht nur AHA-Momente, sondern fungieren auch als Wegweiser zur „Lufthoheit über den eigenen Terminkalender“.
„Morbus Meeting – Gutenachtgeschichten für Manager“, Wildau Verlag 2016

Männerseelen sind fragil  behauptet zumindest der Psychotherapeut und Coach Werner Dopfer. Und beschreibt ebenso kenntnisreich wie amüsant, was (männliche) Führungskräfte unternehmen, damit sie in der Führungsebene unter sich bleiben. Wo allerdings „Platzhirsche“ ihr Revier verteidigen, müssen Frauen zu den richtigen Waffen greifen: selbstbewusste Status-Sprache und entsprechender Auftritt nach dem Motto „Macht mit Charme“. Die Zukunft der Führung, so Dopfer, gehört allerdings keinem Geschlecht allein. Seine Vision: Im Meta-Gender-Führungsstil findet sich das Beste von beiden Geschlechtern in einer Person.
„Mama Trauma – warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“, Knaur Verlag 2016

Gelungene Persönlichkeitsentwicklung – mit Hilfe eines Taschenbuchs? Nein, 180 Seiten können nachhaltige Gespräche mit einem Coach nicht ersetzen. Doch was die Fachfrau Karin Dölla-Höhfeld in Ihrem Ratgeber zusammengetragen hat, weist den Weg zu den ersten Schritten: Sich Klarheit verschaffen über persönliche und berufliche Ziele. Das „Innere Team“ aktivieren und auf diese Weise Veränderungsprozesse in Gang setzen. Ressourcen ausfindig machen – und gleichzeitig neue Impuls von außen einfordern. Sei es nun aus dem eigenen Freundeskreis oder von einem Profi, der weiß, wie man die Hürden auf der Erfolgsspur überwindet.
„Selbstbewusst, stark – und souverän im Berufsleben“, Verlag Herder 2016

Status-Spiele kann man ablehnen, man kann sie albern finden und kontraproduktiv. Aber man kann sie weder ignorieren, noch kann man ihnen entkommen. Wer dagegen „statusbewusst“ kommuniziert, gestaltet Beziehungen – und erweitert das eigene Handlungsrepertoire. Tom Schmitt und Michael Esser liefern eine ebenso amüsante wie spannende Anleitung für die Welt der Status-Spiele.
„Status Spiele“, Fischer Verlag 2014

Souveräne Kommunikation ist weit mehr als ein geschicktes Spiel mit Worten. Sie stellt den Menschen als Wechselwirkungswesen in den Mittelpunkt – und damit auch das Wissen um die gegenseitige Beeinflussung. Sie erfordert Selbstreflexion und die Bereitschaft zur Veränderung. Und sie versteht das „Miteinander“ als ganzheitliche Herausforderung für Kopf und Herz, für Analysefähigkeit und Intuition. Karen Zoller ist eine Meisterin  der Kommunikationspsychologie – und gibt ihr Wissen so alltagstauglich wie praxisnah weiter. Damit „verstehen & verstanden werden“ auch mit schwierigen GesprächspartnerInnen gelingt.
„Schwierige Mitmenschen. So gehen Sie souverän mit ihnen um“, rororo 2016